Richtig Hoehren
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Mehr Lebensqualität durch richtiges Hören

  • veröffentlicht am 21.Dezember 2016

Das Hören wird für viele Senioren im zunehmenden Alter leider immer mehr zur Strapaze. Im Alter kommt es dann zu altersbedingter Schwerhörigkeit, was sich auch negativ auf die eigene Lebensqualität auswirkt. Das Gehör sollte bereits bei den ersten Anzeichen getestet werden, um so früh wie möglich gegensteuern zu können.

In Deutschland sind rund 85 Prozent der Menschen, die ein Hörgerät besitzen und tragen, über 60 Jahre alt. Das hängt zum einen mit der langen Belastung in einem lauten Arbeitsleben zusammen, zum anderen aber auch mit der altersbedingten Degeneration der Nerven in der Ohrschnecke. Der Grad der Schwerhörigkeit kann individuell ganz unterschiedlich ausgeprägt sein, so dass die altersbedingte Degeneration bei manchen Menschen auch überhaupt nicht auftritt und sie auch bis ins hohe Alter noch bestens Hören können. Der Hör-Sinn hat auch einen ganz wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität, denn schwerhörige Menschen fühlen sich oftmals vom sozialen Leben ausgeschlossen, weil sie den Gesprächen der anderen am Kaffeetisch oder bei Umgebungsmusik nicht mehr folgen können. Zudem scheuen sich viele Menschen davor nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Spätestens dann sollten Sie ihre Hörprobleme mit dem Facharzt abklären.

Diese Übungen können das Hören wieder schärfen:

  1. Dem Geräusch auf der Spur

    Stellen Sie sich einmal auf einen belebten Marktplatz oder in ein Einkaufszentrum und nehmen Sie ganz bewusst alle Geräusche um Sie herum wahr. Woher kommt das Klappern der Stöckelschuhe oder woher kommen die Wortfetzen? Damit trainieren Sie speziell das Richtungshören, was besonders bei der Bewegung im öffentlichen Raum oder auf der Straße wichtig ist.

  2. Identifizieren Sie die Geräusche

    Eine Übung, die Sie stets auf der Parkbank oder auch auf dem Balkon durchführen können: Welche Geräusche hören Sie? Vogelgezwitscher, das Lachen von Kindern oder das Plätschern eines Brunnens. Überlegen Sie, was diese Geräusche in Ihnen auslösen und blenden Sie unangenehme Geräusche auch einmal aus. Eine Übung, mit der Sie die emotionale Seite des Hörens trainieren können.

  3. Seien Sie doppelt aufmerksam

    Eine gute Übung, die man in Gesellschaft, aber auch mit Hilfe technischer Geräte durchführen kann. Setzen Sie sich zwischen zwei Menschen, vielleicht ihre Enkel, und lassen Sie beide gleichzeitig erzählen. Beiden zu folgen ist natürlich unheimlich anstrengend, aber es trainiert die Fähigkeit zum Hören und Verstehen in beide Richtungen ungemein und verbessert damit auch das Sprachverstehen. Die Übung funktioniert auch, wenn Sie sich zwischen zwei eingeschaltete Radios mit unterschiedlichen Sendern setzen.

  4. Selektieren Sie

    Gehen Sie gezielt an laute Orte, wie beispielsweise ein Einkaufszentrum, wo viele Geräuschquellen auf einmal auftreten. Dann bleiben Sie stehen und konzentrieren sich nur auf eine Geräuschquelle, beispielsweise die Durchsagen aus dem Lautsprecher. Alle anderen Geräusche blenden Sie aus. Das schult das selektive Hören und Sie können später auch bei einer lauten Umgebung wieder das für Sie Wichtige herausfiltern.

  5. Gehen Sie offen mit ihren Hörproblemen um

    Wenn Sie in geselliger Runde das Gefühl haben, nur die Hälfte zu verstehen, dann bitten Sie den Sprecher höflich darum, doch etwas deutlicher zu reden. Sagen Sie offensiv, dass Sie etwas nicht verstanden haben und geben Sie ihrem Gegenüber einen gezielten Hinweis, wie er sich Ihnen gegenüber besser verständlich machen könnte. Es ist besser, die Schwerhörigkeit öffentlich zu machen, als sie zu vertuschen. Es nützt zudem rein gar nichts, wenn nur lauter gesprochen wird, denn dabei müht sich das Gegenüber nur unnötig ab und wird im Tonfall automatisch höher. Aber genau das sind die Frequenzen, welche hörbehinderte Menschen oft besonders schlecht verstehen.