Richtig Hoehren
  • Copyright: © highwaystarz Fotolia

Chronische Krankheiten: Wie kann man damit leben?

  • veröffentlicht am 19.Dezember 2016

Wer einen Schnupfen bekommt weiß, dass dieser meist nach ein paar Tagen wieder abgeklungen ist und danach ein beschwerdefreies Leben wieder möglich ist. Anders ist es, wenn der Patient chronische Krankheiten wie Diabetes oder Multiple Sklerose hat, bei der er weiß, dass er den Rest seines Lebens damit leben muss. Wie aber können Sie nun mit einer solchen Diagnose umgehen und wie können Sie auf Menschen positiv einwirken, die sich mit einer dauerhaften Erkrankung herumplagen müssen?

Wenn Menschen erst einmal die Diagnose einer chronischen Krankheit erhalten, sind Sie verständlicherweise oftmals erschrocken und wissen im ersten Moment nicht, wie sie damit leben sollen. Im Patienten löst die Mitteilung des Arztes, an Diabetes, multipler Sklerose oder auch an Depression zu leiden, oft erst einmal Panik und Hilflosigkeit aus. Und das ist kein Problem, das nur wenige Menschen betrifft, denn in einer Studie des Robert-Koch-Institutes gaben mehr als die Hälfte der über 65-Jährigen an, dass sie mindestens eine chronische Krankheit haben. Ein medizinisches Leiden kann mit Hilfe der Ärzte zumindest erträglicher gemacht werden, aber was können Sie nun persönlich tun, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und mit der neuen Situation umzugehen?

10 kleine Tipps, die bei der Krisenbewältigung helfen können:

  1. Informieren Sie sich

    Je mehr Sie über die Behandlungsmethoden, Medikamente und mögliche Aufenthalte in Spezialkliniken wissen, umso weniger fühlen Sie sich dem Wohl und Wehe der Mediziner ausgeliefert und verstehen auch schneller, was eigentlich gemeint ist. Sich von den vielen Gesundheits-Seiten in Internet mit den verbundenen Risiken der Krankheiten verrückt machen zu lassen, hilft aber wenig. Sprechen Sie mit dem Arzt ihres Vertrauens und lassen Sie sich von ihm umfangreich aufklären.

  2. Entspannen Sie sich

    Krankheiten und Schmerzen bedeuten immer Stress für den Körper und die Psyche. Deshalb sollten Sie versuchen, den Stresspegel so niedrig wie möglich zu halten, in dem Sie meditieren oder sich auch dem Yoga zuwenden. Hier hilft nur Ausprobieren, was einem selbst am besten tut. Wichtig ist hierbei, regelmäßig und konsequent auf Entspannung zu setzen.

  3. Glauben Sie an sich

    Geben Sie sich nicht vorschnell auf. Suchen Sie in ihrer Vergangenheit nach Krisen in anderen Lebensbereichen, die Sie erfolgreich überwinden konnten. Wie haben Sie damals das Tal durchschritten und sind aus der Krisensituation wieder herausgekommen? Und wie lässt sich die damalige Strategie auf die aktuelle Situation anwenden?

  4. Genießen Sie jeden Augenblick

    Auch wenn es oft schwer fällt, aber erfreuen Sie sich an kleinen Dingen, wie dem Lächeln eines geliebten Menschen oder an dem Lachen der Enkel. Rufen Sie gute Freunde an oder lesen Sie sich doch mal wieder die lieben Briefe einer Freundin durch.

  5. Verdrängen Sie die Krankheit auch ruhig einmal

    Natürlich ist es nicht sehr förderlich, nur zuhause rumzusitzen und ständig über die eigenen Krankheiten nachzudenken. Das kostet unnötig Energie. Versuchen Sie auch einmal, die belastenden Gedanken wegzuschieben.

  6. Grübeln Sie nicht zu viel

    Wer sich ständig nur in den gleichen Gedankenschleifen bewegt, kommt nicht wesentlich voran. Fragen Sie sich offensiv, ob Sie das Grübeln bislang weitergebracht hat. Notieren Sie die immer wieder auftauchenden kritischen Fragen und halten Sie sich den Zettel öfter einmal vor Augen.

  7. Regeln Sie ihren Alltag

    Sie müssen ja nicht immer alles selber erledigen, aber Sie sollten vorbereitet sein, wenn Sie doch einmal plötzlich ins Krankenhaus müssen. Klären Sie vorher ab, ob vertraute Menschen ihre Post aus dem Briefkasten holen können, ob der Hund ausgeführt werden kann und wer die Blumen regelmäßig gießen könnte.

  8. Bewusstsein schaffen

    Bauen Sie zu sich selbst und zu ihrer Krankheit ein gesundes Bewusstsein auf. Machen Sie sich selber bewusst, dass Sie nicht mehr wie früher funktionieren können und es auch nicht müssen. Setzen Sie sich mit ihren Grenzen auseinander und setzen Sie sich innerhalb dieser Grenzen Ziele, die Sie auch erreichen können, um so neues Selbstbewusstsein tanken zu können.

  9. Sprechen Sie Probleme offen an

    Offenbaren Sie sich den Menschen in ihrer engen Umgebung und teilen Sie ihnen auch mit, wenn Sie einmal eine besonders schlechte Phase haben sollten. Das hilft ihrer Umwelt dabei, besser auf Sie und ihre Krankheit eingehen zu können.

  10. Wappnen Sie sich für Krisen

    Nicht jeder Tag ist gleich und so kann es auch unerwartet zu Schmerzattacken kommen. Setzen Sie sich im Vorfeld mit derartigen Schüben auseinander und entwickeln Sie Strategien, wie sie aus einer solchen Situation wieder herauskommen. Wer kann helfen und welchem Arzt vertrauen Sie?

    In unseren Einrichtungen gehen wir behutsam und einfühlsam auf unsere Bewohner und Tagesgäste mit all ihren Problemen ein und versuchen, ihnen den Aufenthalt bei uns so angenehm wie möglich zu gestalten. Ganz gleich ob in der Tagespflege oder im Betreuten Wohnen – bei uns herrscht ein verständnisvoller und individuell angepasster Umgang mit den einzelnen Bewohnern und ihren chronischen Krankheiten.